Kirche

Abb.: Kirchengewölbe, Heiligste Dreifaltigkeit, Kößlarn (Georg Thuringer)

Die Wehr-, Wallfahrts- und Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit von Kößlarn hat ein spätgotisches Kirchenschiff, eine barocke Einrichtung und Seitenschiffe aus dem späten 19. Jahrhundert.

Auf dem Hochaltar von 1708 befindet sich das Gnadenbild der Wallfahrt, eine gotische Holzmadonna mit dem Kind aus der Zeit um 1400. Bekleidung und Krone sowie Schrein und Tabernakel sind aus dem 18. Jahrhundert. Eine Silbermadonna von 1488 befindet sich in einem eigenen Votivraum.

Holzfigur Hl. Maria, Heiligste Dreifaltigkeit, Kößlarn (Tamara Helmbrecht)

Wallfahrt

In Kößlarn entstand 1364 einer der ersten Wallfahrtsorte in Bayern, der seinen Ursprung auf einen direkten Hinweis Mariens zurückführte: „Dieses Heiligtum hat sich die allerwürdigste Jungfrau erwählt“, heißt es in der ältesten (ursprünglich lateinischen) Überlieferung dazu.

Der erwählte Ort wird als Fels beschrieben, von Zweigen eines Wacholderbaums bedeckt. Der Baum ist im 18. Jahrhundert eingegangen, doch der erwähnte Fels ist an der Ostseite der Wallfahrtskirche unter einem Fresko aus dem 16. Jahrhundert mit der Ursprungslegende um den Grafen von Ortenburg in Szene gesetzt.

Fresko „Wunder im Wacholder“, Heiligste Dreifaltigkeit / Wehrkirche Kößlarn, Detail (Ludger Drost)

In den folgenden Jahren kamen zahlreiche Pilger aus einem Umkreis von rund 40 bis 50 Kilometern – also aus dem Raum zwischen Donau und Inn und über diesen hinaus, besonders zahlreich aber aus dem Innviertel.

Im 15. Jahrhundert entstanden vor allem links des Inns zahlreiche weitere solcher Wallfahrtszentren. Der Kult des Ortes wurde dabei – wie in Kößlarn auch – zunehmend durch den Kult um wundertätige Gnadenbilder und besondere Heilige ergänzt.

Gnadenbild von Kößlarn in der Schrift Marianischer Wacholder, Kupferstich, Passau 1764 (Georg Thuringer)